Schiedsrichter Stark gibt gerade einen sehr detaillierten wie drastischen Bericht der Ereignisse ab. Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, dürften einer Reihe von Hertha-Profis lange Sperren bevorstehen.
Schwere Anschuldigungen von Stark: “Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen.”
Von Christian Lell sei er zudem “aufs Schärfste attackiert und am Arm gepackt worden”, sagte Stark. “Die Beleidigung, die dabei gefallen ist, war: Du feiges Schwein!” Auf dem Weg zur Schiedsrichterkabine seien die Unparteiischen dann von weiteren Spielern von Hertha BSC abgefangen worden. Andre Mijatovic habe ihn als “Wichser” bezeichnet.
Die Berliner hätten “die Kabine stürmen” wollen. “Wir mussten die Türen immer wieder zudrücken. Ich konnte Mijatovic und Kraft (Torhüter Thomas Kraft, d. Red.) erkennen. Dabei fielen weitere Beleidigungen: ’Stark, Du Arschloch!’”, sagte der 42 Jahre alte Fifa-Schiedsrichter.
Stark sagt weiter: “So bin ich noch nicht behandelt worden. Ich hatte Angst nach dem Spiel und ich war den Tränen nahe. So was habe ich in meiner Schiedsrichter-Laufbahn noch nicht erlebt.”
Klingt eindeutig nach Todesangst und Panik, als Deeskelationsmaßnahme auf den Platz gezwungen zu werden…
Der Vierte Offizielle bestätigt die Aussagen von Schiedsrichter Stark. Der hat innerhalb einer intensiven halben Stunde vorhin die komplette Hertha-Argumentation ausgehebelt. Im Kern wiederlegte er die Aussage von Manager Preetz, Hertha sei “Teil einer Deeskalationsmaßnahme” gewesen. Stark: “Preetz fragte: Können Sie die Sicherheit der Spieler garantieren? Ich sagte: Das kann ich nicht, das kann kein Schiedsrichter. Das kann nur die Polizei, und die hat grünes Licht gegeben. Darauf sagte Herr Preetz, man wolle beratschlagen, ob sie das Spiel fortsetzen. Ich habe Preetz und Herrn Meier informiert, dass die noch zu spielende Spielzeit eine Minute und 30 Sekunden beträgt. Im Beisein meiner beiden Assistenten haben wir beide Spielführer darüber informiert, es sind noch 1.30 zu spielen”. Und weiter: “Ich wurde von niemanden unter Druck gesetzt, ich musste das Spiel fortsetzen. Wir haben über die Leitstelle der Polizei gesagt, was zu tun ist, welche Bestätigung wir brauchen. Es ist niemand gekommen, um zu sagen: Sie müssen das Spiel fortsetzen.”
Quelle: Liveticker von WELT ONLINE
Dazu kann auch weiterhin nur gesagt werden: die größte Schande für den deutschen Fußball ging von niemand anderem als Hertha BSC Berlin aus - vor allem von den Spielern, aber auch von Fans und der Vereinsleitung, die sich einmalig miserabel verhalten hat und verhält.